Geschichte des Buchser Banntags

Von Kurt Tobler, ehemaliger Präsident Banntagkomitee Buchs. Eines dürfen wir mit Freude und auch etwas Stolz festhalten: Der Buchser Bannumgang ist weitherum der Grösste seiner Art, auch wenn in den vergangenen Jahren die Teilnehmerzahl abgenommen hat. Noch immer sind es um die 300 bis 350 Teilnehmer.

Die Erfolgsgeschichte beginnt mit einer Gruppe von Personen, die am 2. Juni 1965 unter dem Titel „Banntag“ tagte, im August des gleichen Jahres stiess der Ortsverein dazu und am 11. August formierte sich das eigentliche Banntagkomitee mit den Herren Konrad Grendelmeier, Theo Kolb, Gottfried Moser, Hans Müller, Hans Schaub, Paul Schlatter, Humbert Schmid, Herbert Stettler, Ernst Rohner. Dass diese Gruppe nicht lange um den Brei herumredete beweist die Tatsache, dass der erste Bannumgang bereits am 3. Oktober desselben Jahres stattfand. In einer Zeit der stetigen Veränderungen dürfen wir aber mit Genugtuung feststellen: Der Banntag begann mit einem Gottesdienst – damals bereits um 8 Uhr – und noch heute sind wir diesem Prinzip treu geblieben, mit Ausnahme der Startzeit. Dass der Banntag-Gottesdienst um 9.30 h beginnt, trägt der Tatsache Rechnung, dass wir zahlreiche von auswärts anreisende ehemalige BuchserInnen einladen.

Konstant geblieben ist auch der damalige Grundgedanke, wie er in der ersten Einladung formuliert wurde:

Heimatkundlicher Streifzug entlang der Gemeindegrenze (Bann), Kontakt unter der Bevölkerung, Treffen mit ehemaligen Buchsern.

Anlässlich des ersten Bannumganges wurde der Gedenkstein beim Bruderhof feierlich eingeweiht. In den ersten Protokollen ist sogar von Tenue-Vorschriften und unteren Alterslimiten die Rede. Diese Diskussionen sind entstanden, weil der Bannumgang seinen gedanklichen Ursprung in Liestal hat. Die Pfarrfamilie Studer (1939-1981 in Buchs tätig) hat die Idee von dort aufgegriffen und erfolgreich nach Buchs gebracht. Das damalige fortschrittliche Komitee hat aber auf solche Beschränkungen verzichtet. (Anmerkung: in Liestal sind nur männliche Teilnehmer und Kinder zugelassen.)

Buchs zählt nun beinahe 5’000 Einwohner. Diese rasante Entwicklung trägt ungewollt zu einer gewissen Anonymität bei. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat später die Neuzugezogenen eingeladen und speziell begrüsst. Somit trägt der Banntag zur Integration bei. Zum festen Bestandteil gehört die Teilnahme des Musikverein Buchs. Ich freue mich, dass dieser Anlass auch im neuen Jahrtausend Bestandteil unseres Dorflebens ist. Alle zwei Jahre mit ungerader Endzahl laden wir ein. Die politische Gemeinde sichert uns jeweils eine Defizitgarantie zu. So ist es uns möglich, den Teilnehmern nach erfolgter Wanderung ein gutes Mittagessen zu offerieren. Die Rottenmeister trugen in all diesen Jahren ausschliesslich urbuchserische Namen: nach Grendelmeier (Konrad) und Schmid (Humbert) waren es Schlatter (Paul) und Maurer (Gustav). Auch wenn nicht mehr nur „Ur-Buchser“ Geschlechter den Banntag prägen – noch heute werden uns Geschichten aus der Vergangenheit erzählt, Flurnamen erklärt und die zukünftige Entwicklung unseres Dorfes ist auch immer noch ein Thema.

Das erste Protokoll

Wie alles begann… Von der Idee zur Realisierung: Das erste Sitzungsprotokoll des Gründerkomitees vom 11. August 1965. Und ja, es war noch ein wenig förmlich, für die heutige Zeit unvorstellbar, dass sich die Komiteemitglieder nicht Duzen.

Und den Znüni für CHF 1.00, CHF 1.50 oder CHF 2.00? Fast wünscht man sich ein wenig zurück, in die gute, alte Zeit. Aber eben, nur „fast“…

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Buchs 1958

„Kommen sie mit? Hans Murer und Marcel Petitpierre begleiten ihren englischen Freund James Morris auf einer Reise, die sie durch alle Kantone der Schweiz führt…“. Mit diesen Worten beginnt die Serie „Die Schweiz, ihre Bewohner, ihre Landschaft, ihre Industrie“ des Gelben Heftes 1958.

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